Samstag, 16. Januar 2010

Verrückte Herzen

des Nachts
im nicht Ersichtlichen
beschreite ich deine virtuelle Schwelle
vergesse der gekannten Geschenke
geliebter Augenblicke
denen ich Zukunft verlieh

Nachts
küsse ich unsichtbare Schmetterlinge
damit sie auf deine Bettdecke fliegen
verwöhnt durch die Mondin
auf der Tage Ansichtskarten:
himmlische Vögel der Sonne

mit geöffnetem Regenschirm
unter dunklen Abendlampen
zerschliss'ner Bordsteinkanten
wo österreichische Altbauten
geplatzte Fassadenhaut besitzen
doch marmorne Lippen
und Brauttreppen...

vergab mein Leben
ANDEREN und dies reichte
mit undurchdringlichem Antlitz
einem Torso aus Tinte...

Nachts
weiß ich dich barfüßig
durch zögernde Schatten
- wachsen Bäume gen Himmel
gleich deinem gelösten Haar
rufend aus Windböen

damit ich dich in den Blüten
der Wimpern fühle -
ins Glück gepustet
die Harfe ertastend
meiner Sehnsuchtsseele

wachsen Alleen zusammen
ohne sich zu berühren
bloß Träumende schreiten
auf ihren welken Herzen
die zuviel Licht erleiden...

© j.w.waldeck 2009

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Die Affinität zum Ungehorsam einigt uns