Mittwoch, 8. Juli 2009

Kanarienvogel

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dein verderbter Herr eifersücht'gen Glanzes
sein ranziges Lebenskorsett teuflisch verkehrt
braucht deine Seele für seine Gebote als ganzes
und suhlt sich in Allmacht verehrt


stotterst beleidigend - du aufgezog'ne Puppe
mit Floskeln - erlernt aus religiösen Kasernen
findest dein Selbst nicht in deiner Wunde
leerer Doktrin von Schuld Sühne und vergeben werden...
(vergeblich)

die Trennwand schütze mit deinem Leib
für die Vermittler zwischen dir und GEIST
geleitete blinde Seele die nicht liebt
wie es die inn're Stimme allein befiehlt


© j.w.waldeck 2009

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Montag, 6. Juli 2009

Himmelskörperlieben

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den Durst Verdurstender entfachen

mag manchen Hingabe erscheinen

wenn sie in deine Wüste schreien...



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Sonntag, 5. Juli 2009

Abendstern

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die Müdigkeit ist eine trübe Glocke
die oft ins schweigsame Bett mich zieht

die Liebe einem jungen Gotte
Flügelschlag - die sanft ihn wiegt

und nichts davon beschreibt die Tränen
aus denen ein Universum entstand

viel weniger jenes unsichtbare Sehnen
durch deren Augenblicke's entschwand

und lange Nächte harre ich trunken
und lecke deine heimlichen Wunden

bis Weinen Lachen ... nichts mehr bleibt
als einig Gedeihen wie Raum und Zeit

weit weniger als jedes Sehnen
durch deren Augenblick's entstand...

paar Sterne die meine Liebe nährt
sind Kraftquellen wenn Liebe leert...

und du: mein Abendstern ew'ger Wacht!
schenkst mir die Träume der Nacht...

so wie ein Teil immer verbunden bleibt
so existiert in mir für dich kein Nein...


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Samstag, 4. Juli 2009

Wenn der Schleier fällt

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leicht werde ich getragen
und alle Schwere weicht
leicht fällt kein Entsagen
und alle Leere schweigt
leicht werde ich verraten
doch alle Liebe bleibt
leicht fällt uns das Atmen
in Grenzenlosigkeit...
und leicht schwimme oben
als seelisch tote Leich
und leicht lässt Gott sich loben
wenn nichts davon verbleibt

denn vorgeschrieb'ne Götter
versprechen Jungfrauen Seligkeit
wo Materie bedeutungslos abtreibt
sei alles ein Licht im Nichts
und nichts wird Gläubigen fehlen
wenn Gier auf ewig fernbleibt...

zittert um euer erstes Leben
wäre doch Sterben Seligkeit...
warum wollt ihr nicht übersiedeln
ins reservierte verhieß'ne Reich?

wo ihr doch sicher fühlt -
und sei's EINZIGSTE Scheinleben:
nichts davon erfüllt
verlog'ne käufliche Pseudowesen

denn Stillstand ist des Geistes Tod
und Stillschweigen höchstes Gebot
wenn Schatten sich von Resten nähren
wenn Worte sich in Taten verkehren

so leicht von einem Punkt zum Nächsten
scheint jeder Ort ohne Distanz
- so werde ich dich sicher finden
denn wirkliche Liebe ist kein Glanz
und lass die Blinden sich verletzen
im Wesen ewiglich verbrannt
- so leicht fällt dann dies Atmen
in Grenzenlosigkeit!
- denken einander zugewandt
uns feste Bezüge im Niemandsland
indes Belangloses abtreibt
bis nichts davon verbleibt...


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Freitag, 3. Juli 2009

Birkenwald - Vergessene Wälder

Kalkfinger
schweigende Birkenwälder
Hautfetzen Narben Flecken
Menschenhass im Becken
niemand brauchend nichts erwarten
wildes Grauen
graue Nebelschwaden

kein blauer See ruht
in liebenden Blicken
Rotbuchen trauern
unter weißgetünchten Birken

verrostete Zungen hinterließ
die Herbstwitwe
als sie ihre süßen Früchte
an saftigen Lippen rieb
und bittere Kerne abtrieb

Fetzen steigen wie kalte Seelen
und lassen Striche zu Schneeschauern
verreisen
ins stille Vergessen

wo kein Name mein Antlitz
und kein Trauern
an irgendwas erinnert
als das weiße Birken
alte Wunden schälen


englisch translation
_______________________
FORGOTTEN WOODS

Lime fingers
silent birch forests
Skin scraps scars stains
Misanthropy in the basin
nobody needing nothing expects
wild horror
dread fog swaths

no blue lake rests
in loving gazes
copper beeches grieve
under whitewashed birches

rusty tongues left
the autumn widow
as she left their sweet fruits
rubbed at juicy lips
with bitter kernels aborted

Scraps rise like cold souls
and leaves lines to snow shivers
goes on a trip
into the quiet forgetting

where no name before my face
and no grieving
of anything reminded
as the white birches
old skinned wounds


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Als die Erdenmutter liebte

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...war Bewusstsein Einklang und Seele Vielfalt.



- ein alternatives Märchen für Groß und Klein -


Unter einem großen Pilz hockte der Schürzenträger und langweilte sich, indes schwere Tropfen auf das farbige Dach seines Hüttenpilzes plumpsten.
Unten am Korkstrand, toste das Meer im Sturm und die frische Seeluft ließ die Möwen aufgeregt kichern, indes sie armlange Fische aus den Wellen zogen.

Hinterrücks erhob sich eine Riesenmulde und etwas wie grüner Wald
wiegte sich bedächtig und voller Leben.
Wie die Mähnen von seltsamen Wesen im Sommerwind...
Bevor das Leben größer wurde, war es viel kleiner und manchem winzigen Geschöpf haftete bis in die späteren Zeitalter etwas magisches an, flutet doch in ihm das geheime Glück instinktiven Wissens, um die Sprachen der Pflanzen.
Das Wesen einer Pflanze berühren, sich genau so langsam zu bewegen und
auf sie einwirken, sich entsprechend zu entwickeln, wie man sie gerne braucht,
dies war die Kunst der winzigen Holks, vom Volke der großen ewigen ACHT.
Sie selbst verstanden sich als Knospenwesen und jeder sah sehr unterschiedlich aus, je nach seinen Zügen, Träumen und Vorlieben.
Niemand erinnert sich später an sie, denn wie viele kleine Welten im Verborgenen,
ging auch die Ihrige an einer Begegnung zugrunde, deren Antrieb nicht das Leben
und sein Gedeihen im Wesen trug...

Indes unsere Geningenieure die uralte Erinnerung im Wesen des grünen Lebens
auslöschen und nicht zu ersetzende Schäden an lebendigen Arten
vorantreiben, welche seit Jahrmillionen sich bewährt haben,
wussten die Holks Pflanzen zu Dinge zu formen, die weich blieben und lebten.
Manche schaukelten sich auf Wiegen und faulenzten,
während der dichte Dschungel um sie herum, die Früchte zuwachsen ließ,
wieder andere träumten von fernen Reichen hinter der großen Erhebung,
woraus Geräusche drangen, welche seltsam zirpten, flatterten und blökten.
Eines Tages hielt es ein kleiner Knuppser nicht mehr aus!
Er wollte weiter hoch hinaus und begann auf seinem bunten Dachhaus
ein bestimmtes Wiegen und sein Summen ließ den großen Pilz erzittern.
Die ganze sternklare Nacht hockte er so und in den Morgenstrahlen
ragte der Pilz über die Sandbank.
So blickte er auf ausgedehnte gelbe Hügel, im nebligen Staube wirbelnder Winde, mit fahlen Schemen im Hintergrund, welche den Himmel zu einer lehmigen Pergamenthaut wandeln schienen und die Sonne in die aufgedunsene Euter
eines verblichenen Muttertieres...
Doch vor dem plätschernden Wasserfall um eine kleine Oase, gewahrte er Riesen,
die mit wolligen Tieren Fangen spielten.
Jedenfalls hielten sie diese am Kragen und schnitten dort herum.
Auf einmal floss Blut und ein jämmerliches Geröchel plärrte auf.
Dann warfen sich Hunderte auf den Boden und reckten sich gen Himmel,
indes einer den Stock wütend zu Boden schlug und ein Feuer entzündete.
Sie murmelten mit wütenden Stimmen und es klang nach hungrigen Rachen,
die ihr Ra-Rach! dem verängstigten Zuschauer entgegenwarfen.

Der winzige Knuppser quiekte schrill vor Schreck und versteinerte vor Angst,
denn bärtige, zottige Mummfratzen starrten stumm zu ihm herum.
Einer rief in seiner verhaspelten, gutturalen Sprache etwas von einem Heubel und
alle zeigten auf ihn und brüllten: Heubel!
Dann fing der alte Pelzträger an, seinen Stock zu schütteln und alle stürmten auf ihn zu, wie ein Horde Stechläuse auf eine Traubenkuh, prall von süß Gegorenem.
Außer sich, wusste der Winzling keine Lösung, als ins Geratewohl runter zu springen und landete nach etwa hundert Metern, auf der Palmwiege eines Schimmelknilchs, welcher erschrocken aufpiepste und dann wütend zetterte.
Hastig machte er sich aus dem Acker und tauchte hinein, in sein friedliches Pilzland,
wo jeder träumend auf buntem Dache darauf wartete, die nächsten Früchte
reifen zu sehn.
Hinter ihm flog ein Monstrum von einem Felsbrocken herab und lies den kauzigen
Schimmelknilch verstummen.
Auf ihm prangten noch die blutigen Abdrücke zweier Hände, welche wohl
von demjenigen Aasfresser herrührten, der so großmäulig das Tier getötet hatte.
Auf jeden Fall wollte niemand mehr wissen, was hoch oben geschah.
Seitdem zirkuliert das Sprichwort: die da oben hätten zu viel Sonne abbekommen
und darob den Schatten weg.
Ihre beispiellose Grausamkeit muss daher rühren, das sie Dinge ständig
nicht in Ruhe gedeihen ließen, so wie es ihrem Wesen entsprang...
Alles Gefundene wird angeeignet, bis nichts mehr da ist,
was noch frei, ja ungestört sich entfalten vermag.
Denn ihre bleichen Bauten waren die Grenze zu einer endlosen Wüste,
die ihren Taten folgte, wie eine trauernde stumme Mutter
ihren toten Kindern...


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Über mich

Mein Bild
www.waldeck.deviantart.com www.myspace.com/artnexus.com

Die Affinität zum Ungehorsam einigt uns