Freitag, 13. Februar 2009

Siechtum

.

weil ich nicht klage
bloß ein Schilf im Wind
wiegt meine Pein weniger
ein siechender Fluss
unter dem Grün der Weiden
auf denen bunte Vöglein
mit kleinen Herzen pfeifen

doch lebtest du nur einen Tag
mit zerfressnen Gliedern
bei lebendigem Leibe
mit Herzstillständen
und stechend gedolchter Brust
nicht mal als Wurm
zu krümmen fähig
würdest du schweigen

Feuer brandet im Rücken
und lähmt den zitternden Leib
die starken Arme sinnlos
die Sehnsucht bloß ein Geist
vertieft in jenen tiefen Brunnen
in dem der Mond bloß lacht
dann schaudern neue Wunden
und Sterne färben die Nacht...

dann höhnt das Leben mit Kraft
und ich darf mich erheben
aus jeder alten Schmach
als wäre nichts geschehen
und nichts berührt mich ärger
als was kein Weh mir schenkt
die Welt verblasst schon ferner
von fremdem Tod verdrängt


:

© j.w.waldeck 2008

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