Sonntag, 15. Juni 2008

Schwarze Madonna


dies kranke Herz scheint nimmermüde

Kriegstrommeln gleich sein Donnerhall

Rausch im Hagel ungehorsamen Geistes

der Leib um Leib visionär verbraucht


schmiegen uns ins jeweils Geheimste

ätherischer Seiltanz auf deiner Urteilswaage


da der Mond endlich aus nebliger Nacht tritt

sammeln sich plötzlich Anbeter

an seiner kühnen Herrlichkeit ergötzt

der Ungeliebten bleicher Traumfänger


wann sättigt dich's Meer blinder Augen

in denen du deine SigNATUR eingravierst?


bis entfachte Brände sich verbrauchen

schmachtend nach selt'nem Elfenbein...


bald schwer vom Austrinken kranker Seelen

immun geworden von der Worte Absicht

geopfert am Altare zahlloser Hingabe


nun erschrickst du vor den Stürmen

einst gelobter Lustwellen

makellos leuchtendes Seelenfeuer

in denen der Mond immer bloß vergeht


vergeht vor Sehnsucht die Wünsche schürt

vergeht vor Liebe die lieblos verglüht...


wie Blutstropfen in funkelnder Glut zischen

Wunden die dürsten und Wüsten die Wunder flüstern


nicht des Geschenkes ansichtig

bloß des Besitzes blindwütig


preisgegebner Blöße nur empfänglich


in deren Zauberspiegel ihr Traum erscheint

den geheimsten Wunsch einverleibt


Balsam geschmeidiger Jungfrauenschenkel

leuchtende Wunde eines Liebesengels


dem niemand Liebe schenken will

ohne seine leuchtende Haut zu begehren

den letzten süßen Schutz

mit schrecklicher Not zu entleeren...



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Samstag, 7. Juni 2008

Sehnsucht einer Märtyrerin

die preis gegebenen
Blößen lieb=reizender Statuen
umarmt von Luft und Schatten
über den sich wiederholenden Mustern
geschliffenen mArMORS

klingen nach vergessenen Händen
und verblichnem Anfassen

Tod geliebter Wesen
sinnverseucht im Eigenwahn
einzigartig im Leben
tot ein Meer einfältiger Gram

unbeholfen wechseln sie Ideen
hebt kurz wirbelnder Staub
sich noch dicker
auf flehende Lippen zu legen
wie eine bleierne Chamäleonhaut

gewahrst du das Versiegen
einprogrammierter Hormone
neue Traumkaskaden zu verlieben
schweigen längst die Worte...

leidet verheimlichte Sehnsucht
sklavisch in verborgnen Winkeln

mit jeder Welle tiefer zur Quelle
halte deine Seele fern
hast du mich nicht gern...

tönt der unerlöste Choral ihrer Seele

im Geheimsten
- Tief -
der Endlosigkeit

im Reinsten
- Nichts -
der Gleich=Gültigkeit

schluchzt in der heiligen Eierschale
ihrer milchweißen Opferblüte
die ungeliebte edle Gabe
im Liebestempel waiser Güte

zu Marmor verewigter Schmerz
in einem Universum erloschener Sterne
saugend am einzigen Edenherz
die letzte atmende Wärme...


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Die Schönheit der Hingabe

ein Irrlicht hofft mitten des Waldes ...

der Arme Wehen schilfgebogen...

Funke der Liebe - zitternd ein kaltes

gierendes - stets gleiches Omen


Worte Worte Worte

öffnen weiße Seerosen

Eisblumen und trunkene Tote

gleiten zur Oberfläche... verloren


Liebe Liebe Liebe

wirft ihre Schleierwellen

Leben Leben Leben

glücklich zu ertränken


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Freitag, 6. Juni 2008

Konstellation der schwarzen Sphinx


ewiger Winter retuschiert das Vakuum
ein kosmisches Schachspiel
verlockt die Träumer zu bewundern
und das sterbende Licht mit ihrem Leben
zu erfüllen

deine Samtlippen sind ein Nachtschmetterling
dessen Pfauenaugen stolz und wunderschön
bloß auf dem kalten Rücken seiner Sternflügeln
deine Existenz erwidern

dein funkelnder Blick wirft sich hinein
mit seiner ganzen Seele
und labt sich am marmornen Mondenschein

ihr verwitwetes Weltall
durch katatonische Kälte verewigt
ihre verschleierte Tiefe
durch vermählte Nacht unendlich

ist es das Elfenbein deiner Schultern
die aus perlender Unschuld
kaltes Leuchten schauern

ist es dein behandschuhter Unterarm
dessen schachbrettartiges Muster
bloß dein Verlieren begehrt?

ohne dein inneres Licht
verfällst du schwarzen Seelenbrunnen
ohne deine erkannte Dunkelheit
umgibt dich schluckendes Nichts

ein Schicksalsfluch
unheimliche Geschwindigkeit lautloser Wasser
belächelt von einer himmlischen Eisrose...

es gibt keine Gewinner
belohnt ihr Todeskuss

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Donnerstag, 5. Juni 2008

Von Wunde zu Wunde


dies ist das unerhörte Gebet:


schwarzer Nornenmond

dessen Schatten sich auf liebenden Augen

berühren wie gekreuzigte Friedenstauben

die ein Gelübde auf ewig verschließen

mit unseligem Feuer

welches niemals erlöschen darf

in seinem Verlangen zu versiegen


zerknülltes Elfenbein

auf weißer Seide ausgeblutete Eide

geschnittener Rosen zerdrücktes Lächeln

eingefrorene Bewegung

in einem ausgeatmeten Eismeer


das Meerschaumbett

einer Windprinzessin...


Eisblumenbalett

verschneit mit fernen Worten


wie könnte ich diesen letzten Tropfen

zitternden Seelenlichtes

dir wegtrinken

und auf Vergebung hoffen?


schenk mir dein fliederfarbenes Lächeln

erfüllte Traumglut

erträglich gekühlt durch ein Opiumfächer...


alle Träume enden in verblümten Wänden

von Venusefeu umklammerte Schicksale

an nackten Flächen aufgerissene Blüten

deren Kelche sich einer Sonne öffnen

über dem Abgrund

welcher ihre Schönheit vergänglich weiß


dunkle magische Kraftlinien

bilden ein Mosaik dämonischer Dimension

Kreuze Gitter Existenzreligion


endlos – ohne Entfliehen

wünscht man sich zu umflorten Knien

deren schattiger Saum heiße Wangen streift

mit einem kalten sanften Nein...


das ist unterschwellig

das ist die Linie mit dem sakralen Mittelpunkt

das ist die verschleierte Hostie der Sünde

im blutenden Schoße eines gefallenen Engels

der seinen Heiligenschein noch trägt


das ist die Gralsrose

die alle Blüten bereits in der Nacht öffnet...


wann immer dein göttlicher Ausdruck tröstet

unerreichtes zu ersehnen


ertrunkenes Edenherz

in seinen eigenen erkalteten Tränen


der blaue Tanzsaal einer Schwanseele

haucht sein letztes Abendmahl

auf die rote Hostie

deiner schweigenden Lippen...


kein Zürückweichen

ist möglich enttarnter Schönheit

die auf bloßen harten Wänden

vergeblich ihre Reinheit

hingibt blindem Schänden...


von Wunde zu Wunde

von Munde zu Munde

von Blume zu Blume

durch alle Dornen getrieben

verwelkt... für dein kurzes Lieben...


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Dienstag, 3. Juni 2008

Arbeit macht frei v.2.0


Vorspiel:


unter dem Vorwand

nicht zu arbeiten

lässt sich Freiheit abspeisen

mit Almosen gängig bleiben


die chancenlos wachsende Mehrheit

wird automatisiert vereist

durch ein Kontrollsystem

permanenter Verfügbarkeit


billige Leibeigene

dankbar für staatliches Dulden

willige gläserne Unfreie

geregelte Funktionärskunden



Verdauungstraktat (einer Diktatur)


gestohlen mag die Welt bleiben

der Welten formen vermag

wo Aussatz Grundsatz wird

und Geld vor Können Bonzen labt


nestelt beim Arbeitsamt

so'n Papierverriss

pfeift Richtlinien ins Gesicht

was du noch darfst mit leeren Taschen

zu wissen brauchst

still zu halten


erträume die Erleuchtung

deiner Fleddermöse

auf erigierten Kirchen

- nestwarme Taubenpost -


das plumpe Geschmeiß

abstempelnder Dienerchöre

tätschelt die Kaffeetasse

und fährt fort...


melden am SCHALTER

zum Formular

legen sie Innereien

samt Gesamtlänge dar

ihr IQ ist nicht vonnöten

beim Beetepflegen und Ausjäten


manch Busch hegt mehr Spitzen

als ein korruptes System

gesunde Wurzeln

wenn seine Kontrollorgane sprießen

scheint aufrechtes Leben

zu verkürzen...


besteigt ein Visionär

ihre Platt=Form

zwängt ihr Schraub=Stock

zurück zur Norm

unter argwöhnischen Chefs

die Bessere feuern

dürfen feste Positionen

alte Fehler erneuern


wie gut das niemand weiß!

des Bettlers erzwungne Dankbarkeit

hält ihn still und ohne Regung

mittellos - entfernt von Entfalten


wie leicht wird doch

das Volksverwalten

und alle Demokratie ist weiter nichts

als ausgegrenzte Rechte

unbeteiligt an industriellem Gewinn

- ist weiter nichts als Preisgabe

deines Lebens ohne Gnade


lies ihre göttlichen Wünsche

aus den Schlitz=Augen

lerne lächeln

als billig unterhaltenes Werkzeug


deine verschlissenen gLieder rauchen

im Friedhof

bevor die Bettelrente betäubt


es wird egal was du kannst

Roboter werden deine Pflegeinstanz


außer den weitgereisten

Führungsriegen

darfst du abends einen abziehen...


lasst bloß Reiche studieren

oh Tümpel IN=züchtiger Schleimpfütze

die Regel

soll sich feist entwickeln

für Gehorsamsgeister

die einzige Stütze...


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Montag, 2. Juni 2008

Vollendet

du kennst das Unwissen
dessen reine Absicht Unschuld liebt

du kennst der Kindheit Verlust
vergessener Arme zärtliche Brust

du kennst die Antwort
die keine Frage zu stellen braucht

du kennst das Ende
jeglicher Freude die Liebe schuf

du kennst den Lebenssinn
der deinem Herzen schnürt das Blut

du kennst den stillen Weg
der niemals gerecht dich niederlegt

du kennst das himmlische Antlitz
deiner Träume die verpuffen

du kennst die bittere Wahrheit
die niemand braucht zu suchen

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^v^

ich bin die offene Brust

das unerhörte Gebet

das nie gekreuzigte Fleisch

das unbereute Sakrileg


ich bin die brennende Lust

und das gestillte Leben

der tödliche Kuss

und das Wissen von jedem


ich bin ein Winter im Sommer

eine Blume im toten Garten Eden

der Dorn im Auge des Gesetzes

die Freiheit zum Nehmen


ich bin das Feuer der Sinne

die Asche der Vergangenheit

die Glut der Zukunft

und das Diktat der Liebe


ich bin das Verderben des Glaubens

die verlorene Verheißung

das uralte Wissen ohne Tod

und das Flehen um Heilung


ich bin euer Schrei im Traume

der Schatten hinterm Licht

das Versprechen hinter dem Verbrechen

und die Unschuld des Nichts


ich bin der bodenlose Abgrund

der Feind der Tyrannei aus Gnade

das süße Gift welches leidet

die Erkenntnis der Hingabe


ich bin ich bin ich bin!

in euch unter euch für alle Zeit

einmalig unzählig getötet

die Sonnenträne die errötet


ich bin nicht umzubringen

mein Sehnen erkennt den Trug

tausend Floskeln und Normen verbieten

was selbstverständlich ist und gut

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Über mich

Mein Bild
www.waldeck.deviantart.com www.myspace.com/artnexus.com

Die Affinität zum Ungehorsam einigt uns